Ein Monat voller Veränderung – Yoga Teacher Training in Bali

Bali YTT

Bevor es von unserer Reise nach Hause zurück ging machte ich mir selbst noch ein ganz wunderbares Geschenk. Während wir in Australien waren beschloss ich nämlich eine Yoga Lehrerausbildung zu machen. Nach 25 Tagen Yoga Teacher Training bin ich jetzt also offiziell eine Yogalehrerin.

Bereits seit längerem hatte ich den Wunsch meine Yoga Praxis zu vertiefen. Mich hat an Yoga schon immer auch die Philosophie, Mediation und Pranayama interessiert und da in den meisten Yogastunden der Fokus auf der Asana Praxis liegt, beschloss ich selbst noch tiefer in die Themen einzutauchen. 

Nach einiger Recherche entschloss ich mich für die Ausbildung von Santosha auf Nusa Lembongan. Der Zeitpunkt vom 4. – 26. Jänner passte perfekt in die Reiseplanung und der Gedanke einen Monat auf einer ruhigen Insel zu verbringen erschien einfach perfekt. So kam es das ich die Anzahlung leistete und diesem Monat schon sehr entgegen fieberte.

Nusa Lembongan ist wirklich ein kleines Paradies. Gerade nach der hektischen Zeit auf Bali, fand ich auf der Insel Ruhe und das typische Inselleben sorgte gleich für ganz viel Entspannung. Unser Yoga Shala lag direkt am Strand und wir hatten einen ganz wunderbaren Ausblick aufs Meer.

Die größte Umstellung war das frühe aufstehen. Mein Tag begann um 5 Uhr morgens und ein typischer Tagesablauf schaute folgendermaßen aus:

  • 5.45 – 7.45 Uhr Asana und Pranayama
  • 7.45 – 9.00 Uhr Frühstück
  • 9.00 – 13.00 Uhr diverse Vorlesungen, wie Anatomie, Philosophie, Posen und Ayurveda
  • 13.00 – 14.15 Uhr Mittagessen
  • 14.15 – 15.15 Uhr Vorlesungen und Theorie
  • 15.15 – 16.15 Uhr Asana, in den ersten beiden Wochen wurde diese angeleitet, danach machten wir unsere eigenen Praxis
  • 16.15 – 16.45 Yoga Nidra
  • 16.45 – 17.15 Gehmediationen oder Karma Yoga (Shala zusammen räumen und putzen)

Die Tage vergingen wie im Flug und an das frühe aufstehen gewöhnte ich mich recht schnell. Ich muss aber auch ehrlich sagen, ich versuchte spätestens um 21.00 Uhr im Bett zu liegen, was meistens recht gut funktionierte. Insgesamt hatten wir vier freie Tage. Diese Zeit nutzte ich für kleine Ausflüge und Massagen.

Vor dem Training plagten mich viele Zweifel. Ich hatte das Gefühl nicht beweglich und fit genug zu sein. Die Monate während ich reiste habe ich mir kaum Zeit für Sport oder Yoga genommen und nur ab und zu einzelne Yogastunden besucht. Von einer täglichen Praxis war ich weit entfernet. Doch nach der Anmeldung probierte ich wirklich regelmäßiger Yoga zu machen und im Endeffekt gab’s im Training so etwas wie „nicht gut genug“ nicht.

In den meisten heimischen Yoga Studios wird Yoga als ein schweißtreibendes und physisches Workout verkauft, doch das hatte mit dem Training hier nichts zu tun. Im Training ging es mehr darum die Posen zu verstehen und seinen Körper so zu akzeptieren wie er ist. Wir lernten nur Level 1 Posen und der Fokus lag sehr auf dem Atem und der Sicherheit in den Übungen. Das Training war so anders als erwartet und um so vieles besser. 

Yoga ist das zur Ruhe kommen der Gedanken im Geist. – Patanjali

Nach Patanjali ist Yoga nämlich „chitta vritti nirodha“. Übersetzt heißen diese Sanskrit Worte: Yoga ist das zur Ruhe kommen der Gedanken im Geist. Es geht darum den Autopilot im Kopf auszuschalten und sich wieder wirklich auf sich selbst und seinen Körper zu konzentrierten. Ich kam während des Trainings wieder richtig ins fühlen meines eigenen Körpers und schaffte es eine wunderbare Verbindung herzustellen.

Im Philosophie Unterricht beschäftigten wir uns intensiv mit dem achtgliedrigen Pfad nach Patanjali. Die Asana Praxis ist nämlich nur ein Teil davon. Wir diskutierten über viele Themen und tauschten sowohl Erfahrung als auch Meinungen aus. Es war immer wieder interessiert den anderen zuzuhören und sich auszutauschen.

Am Anfang der 25 Tagen sagen die Lehrer noch zuerst sind wir Fremde doch am Schluss werden wir zu einer Familie. Ich konnte mir das noch nicht wirklich vorstellen, wir waren eine bunt gemischte Gruppe. Doch am Ende war es genau so! Wir haben zusammen gelacht und geweint und viele wundervolle Momente geteilt. Es sind wunderbare Freundschaften entstanden die hoffentlich noch lange erhalten bleiben.

“The success of Yoga does not lie in the ability to perform postures but in how it positively changes the way we live our life and our relationships.” – T. K. V. Desikachar 

Mittlerweile ist die Ausbildung fast einen Monat her. Ich fühle mich noch nicht wirklich bereit zu unterrichten. Dafür möchte ich noch mehr ins Thema eintauchen und meine eigenen Praxis vertiefen. Aber ich weiß, Yoga wird einen wichtigen Teil meines Lebens einnehmen. In der Zwischenzeit werde ich noch an mir, meiner Familie und meinen Freunden üben. Bis ich bereit bin, mein Wissen mit allen Menschen zu teilen.

Das ganze Training war viel mehr eine Reise zu mir selbst, als eine Ausbildung. Es ging so viel um Selbstliebe, Achtsamkeit und Selbstakzeptanz. In diesen vier Wochen lernte ich mich auf eine ganz andere Weise kennen. Ich weinte, lachte, ließ alte Dinge los und machte Platz für Neues. Ich habe wieder gelernt mich so anzunehmen wie ich bin. Namaste!

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