Mein Weg zu mehr Achtsamkeit

Orchidee

Heute schreibe ich über ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt und mit dem ich mich seit Anfang des Jahres intensiv beschäftige. Es geht um das Thema Achtsamkeit.

 

„Being in the present moment, non judgmentally on purpose.“ 
Jon Kabat-Zinn

 

Achtsamkeit oder im englischen Mindfulness bedeutet für mich absolut im Moment zu sein und den Moment ganz bewusst zu erleben/leben. Aber was bedeutet das konkret?

In der heutigen Zeit muss alles schneller, lauter, besser und jeder stärker, selbstständiger, erfolgreicher sein. Aber keiner kann sich mehr an einzelne Moment erinnern. Kaum jemand weiß wie der erste Kaffee in der Früh schmeckte oder wie der erste Luftzug beim Verlassen des Hauses war. Wir sind ständig mit den Gedanken wo anders und konzentrieren uns, vor allem bei unseren täglichen Schritten, nicht auf die eigentliche Sache, die wir im Moment machen.

Wir stehen auf, gehen duschen und denken schon über das Frühstück nach. Wir frühstücken und denken daran, dass wir eigentlich schon los müssen. Am Weg zur Arbeit denken wir über die heutigen Besprechungen, unerledigten Arbeiten usw. nach und genauso geht das den restlichen Tag weiter.

Achtsamkeit steht für Entschleunigung. Es geht darum den jetzigen Moment mehr Beachtung zu schenken und wirklich im Moment zu sein. Achtsamkeit hilft einem dabei, seinen Gefühlen wieder mehr Beachtung zu schenken und gelassener auf stressige Situation zu reagieren. Es geht somit nicht nur darum mit dem physischen Körper präsent zu sein, sondern auch wirklich mental bei der Sache zu sein.

Der zweite wichtige Punkt in diesem Zusammenhang ist, eine Situation nicht zu bewerten. Wir alle neigen dazu ständig alles zu bewerten. Bei Achtsamkeit geht es aber darum, eben nicht zu bewerten. Situationen oder Handlungen ganz bewusst zu erleben und ausführen, ohne sich darüber ein Urteil zu bilden.

Wie kann man Achtsamkeit im Alltag integrieren?

1.) Bewusst ein- und ausatmen:

Die bekannteste, aber nicht unbedingt beliebteste Form achtsam zu sein, ist zu meditieren. Viele finden jedoch, dass 15 bis 30 Minuten hinsetzen und meditieren einfach langweilig ist. Worum es beim Meditieren aber vorrangig geht ist, bewusst auf den Atem zu achten. Der Körper und die Gedanken werden dabei ganz ruhig und man konzentriert sich wirklich nur auf den eigenen Körper. Diese Übung kann man jederzeit und so lange wie es für einen passt machen. Einfach fünf Mal tief Luft holen und entspannen.

2.) Alltägliches so zu betrachten, also würde man es das erste Mal erleben:

Eine weitere Form ist, das bewusste Erleben von Alltäglich. Wie auf den Wasserstrahl unter der Dusche zu achten. Den ersten Schluck Kaffee/Tee bewusst zu schmecken. Den leichten Luftzug beim geöffneten Fenster auf der Haut zu spüren und so weiter. Das gleiche gilt auch für das Essen! Essen sollte nicht als nebensächliche Tätigkeit betrachtet werden. Jeder kennt das: nebenbei wird gelesen, am Handy irgendetwas nachgeschaut, Einkaufszettel geschrieben, Fernsehen geschaut… Achtsamkeit heißt Speisen mit allen verschiedenen Nuancen zu schmecken, ist etwas süß oder scharf, fruchtig oder säuerlich.

3.) Mit jemanden sprechen und auch wirklich zuhören:

Leider geht es auch mir oft so, dass ich mich beherrschen muss mit den Gedanken wirklich bei einem Gespräch zu sein und der anderen Person die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient hat. Das ist ein Punkt an dem ich auch noch sehr an mir arbeiten muss. Es passiert immer wieder, vor allem wenn es sich um einen Monolog der anderen Personen handelt, dass die Gedanken abschweifen. Hier gilt es aber die Gedanken wieder bewusst in den Moment zu holen und darauf zu achten, was die Personen sagt oder eben nicht sagt. Seit ich bewusst darauf achte, merke ich wie die Gespräche tiefsinniger und interessanter werden. Und anders betrachtet: wir erwarten uns auch die volle Aufmerksamkeit von unserem Gesprächspartner also sollten wir das genauso zurück geben.

Hierbei handelt es sich lediglich um einige Tipps, die mir geholfen haben mehr Achtsamkeit in mein Leben zu bringen. Und alleine diese kleinen Schritte haben mir geholfen, das Leben aus ganz anderen Blickwinkeln zu betrachten. Natürlich bin auch ich nicht immer absolut achtsam. Achtsamkeit ist definitiv etwas woran man täglich arbeiten muss und das es sich hierbei nicht um eine leichte Arbeit handelt, sollte auch klar sein. Aber je länger ich mich damit beschäftige, desto automatischer gelingt es mir bei Kleinigkeiten aufmerksamer zu sein und das änderte so viel in meinem Leben. Ich sehe viele kleine Wunder, die mir früher nicht aufgefallen sind, weil ich das einfach als selbstverständlich betrachtete. Es würde mich freuen wenn ich euch das Thema Achtsamkeit ein bisschen näher bringen konnte und versucht es einfach mal selber. 😉

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1 Kommentar

  1. Dein Beitrag über die Achtsamkeit ist einfach super!
    Auch ich veruche es täglich, an manchen Tagen gelingt es leichter und dann erwische ich mich wieder dabei, dass ich gar nicht im Jetzt lebe.
    Aber wir sind am richtigen Weg!!
    Alles Liebe

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